Dos and Don'ts

Mittlerweile ist einem so manches "Meisterwerk" untergekommen. Die folgenden Informationen sollen rein sachlich auf Fehler hinweisen, welche einige selbsternannte Nachrichtentechniker gerne immer wieder machen. Um so schlimmer, wenn diese Geräte dann in die Hände von Funkfreunden geraten, die überhaupt keine Ahnung von der Technik als solches haben und darauf vertrauen, ein gutes Gerät bekommen zu haben. Diese verlassen sich doch darauf, dass das ordentlich gemacht ist!

Gerade in den letzten Monaten bekam ich Geräte zur Analyse zugeschickt, welche solche Fehler enthielten - zur großen Enttäuschung derer die sie für gutes Geld kauften. Sie müssen wohl bemerkt haben oder darauf hingewiesen worden sein, dass da etwas nicht stimmt. Sonst würde doch niemand einfach so auf die Idee kommen, sein Gerät bei jemand anderem als bei dem Prüfen zu lassen, von dem er es bekommen hat.

Hauptsache Power

Noch eine Zeigerbreite mehr - ja. Endlich ist es geschafft. Die Kiste macht 7 Watt. So lange an den Spulen gedreht bis alles rauskommt was rauszuholen geht.
Und das kommt dann wirklich dabei raus. Oberschwingungen werden missachtet, Messgeräte nicht benutzt - kostet wohl nur Zeit. Liebe Leute, nicht das Letzte rausholen was geht, das ist ein Fehler.

 

..oder

Oder sowas...
Hier ist ganz deutlich der F14 mies abgeglichen. Man sollte alle Kanäle überprüfen. Wenn schon einige Strategen meine Internetseite benutzen um selbst Geräte umzubauen und weiterhin ihrerseits Gewinn durch Weiterverkauf zu erwirtschaften, dann macht's doch um Himmels Willen wenigstens richtig!

 

Bandbreite?

Es rauscht schön - dann ist der Empfänger wohl ok so...

Bei so einer Filterkurve des Empfänger-Bandpasses? Hier wurde gar nicht abgeglichen. Ausserdem ist die Kopplung viel zu unktitisch. Für 12 Kanäle mag das gut sein aber doch bitte nicht für 80. Bei dem Umbau erhöhen wir die Bandbreite des Gerätes von ca. 150KHz auf knapp 1MHz. Das sollte man auch bei dem Empfänger berücksichtigen. Auf dem Bild sieht man die Filterkurve mit einem Gefälle von knapp -9dB. Obendrein noch auf den oberen Kanälen besonders unempfindlich. Sowas jemand anderem anzubieten ist unerhört.

 

Überkritisch

Es ist schon etwas mehr Arbeit aber dann ist es richtig gemacht. So sollte die Filterkurve aussehen. Leicht überkritisch gekoppelt und -1dB bis -2dB Gefälle.
So abgeglichen wird der Empfänger über die ganze Bandbreite sauber und gleichmäßig empfangen.

 

Sperrkreis verschwunden

Warum hat Grundig wohl diesen kleinen Sperrkreis eingebaut? Sicher nicht um ihn auszubauen, einfach wegzulassen nur um die Spule zu gewinnen und diese dann in das Transmatch Filter einzubauen. Das ist ein 54MHz Sperrkreis. Der 54MHz Sperrkreis bedämpft die 2. Oberwelle. Das ist nicht unwichtig!
Wenn ihr nun so eine Spule braucht, denn nehmt's doch die Grüne, die eh drin ist! Holt ein paar Wicklungen raus bis sie 0,5µH hat und fertig! Lasst den Sperrkreis in Ruhe! Seid's nicht so faul!
Achja, und wenn man schon zusätzliche Löcher bohrt um was mit Schrauben zu befestigen, dann ist es nicht verboten diese zu entgraten, damit später nicht wie hier die Metallspähne im Gerät rumfliegen. Sowas geht ja mal gar nicht!

 

Sperrkreis wieder da

So soll das aussehen. Schaut bitte alle in euren Geräten nach, ob dieser Sperrkreis komplett ist. Er wird aus der Spule und einem in Reihe geschalteten 15pF Keramik-Kondensator gebildet. Ein kleiner Reihenschwingkreis, oder auch Saugkreis genannt. Der Hersteller hat den sicher nicht eingebaut, weil er zu viele Bauteile oder Geld übrig hatte, oder weil ihm gerade langweilig war.

 

Shorts

Auch auf solche Kleinigkeiten bitte achten. Der Kollektorkreis des Endstufentransistors hat schon etwas mehr Sorgfalt verdient. Es ist eine gute Idee einfach eine Fräsung so zu machen, dass wir die Masseschicht vom Rest trennen und als Leiterbahn benutzen können um TR28 zu versorgen. Das macht natürlich etwas Mühe.

 

Audiolimiter? Wer braucht das?

Wir alle wissen, die Original CBH2000 klingt auf FM furchtbar. Verantwortlich sind dafür drei Dinge. Erstens ist der Begrenzervertärker eine mittlere Katastrophe, weil der IC eigentlich ein ZF Bauelement ist und unggegnet für Audio. Zweitens das aktive Tiefpass dahinter. Drittens die recht kleinen Einkoppelkondensatoren mit nur 47nF.

Also?
Hier auf dem Bild wurde einfach das aktive Tiefpass entfernt und eine Brücke gesetzt. Keine Bandbreitenbegrenzung mehr!
Die Einkoppelkondensatoren wurden gegen 2,2µF Elkos gewechselt, es muss ja ordentlich krachen und dröhnen. Die Tiefen knallen nun richtig und die arme alte PLL hat ihre liebe Not mit diesen tiefen Frequenzen.
Den schlimmen Begrenzervertärker lassen wir drin. Ihn gegen etwas Besseres auszutauschen kostet ja nur Geld und Zeit. Wozu schreibe ich eigentlich, dass man dahinter einen einfachen (oder auch zweifachen) Tiefpass setzen sollte? Aber ihr könnt das ja besser und macht was ihr wollt. Also unbegrenzt linear auf den TXO braten.

Leider hatte ich versäumt eine Spectralanalyse der Seitenbänder bei Modulation zu machen... aber man kann sich lebhaft vorstellen wie die aussehen.

 

PLL abgleichen? Warum?

Warum nur hat Grundig die PLL voll gekapselt? Ja, warum?
Na klar... damit wir den Deckel abbauen und weglassen. Erst neulich wieder gesehen, ... PLL Deckel fehlt, VCO schwingt daneben, Referenzoszillator so daneben, dass das Kanalstepping nicht linear war, Abstimmspannung zu klein... usw, usw.

Bitte, bitte...

Wir haben uns hier Monate lang einen Kopf gemacht, ausprobiert und experimentiert, analysiert und viel Zeit und Geld geopfert um ein gutes Umbaukonzept zu erstellen. Der neue Audiolimiter begrenzt wunderbar die Bandbreite und die Modulation ist trotzdem sehr gut.
Wenn ihr Umbauer diese Dinger verhökert, dann bitte nicht schreiben: Umbau nach DG4OBA oder sowas... denn sowas wird der Sache bei Weitem nicht gerecht.

Mein Fazit.

Es sind nicht allzuviele, die diese Geräte nach diesen, oder nur teilweise nach diesen Anleitungen umbauen und hinterher vielleicht anbieten. Alle Interessenten sollten immer darauf achten von wem sie diese modifizierten Geräte beziehen oder über welche Quelle des Internets auch immer. Nicht immer ist ein Schnäppchen auch seinen Preis wert. Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten Schnäppchen auch wirklich hingebastelt wurden, ohne wirklichen Sachverstand und Hintergrundwissen. Ja - mehr noch - ohne das Wissen um die fundamentalen Grundlagen.
Das beweisen deren Produkte.

Es gibt sie

In dieser CBH2000 Scene sind eine Handvoll richtig guter Jungs unterwegs, die sehr genau wissen was sie tun. Haltet Euch an diese, dann bekommt ihr auch ein Gerät welches die technischen Normen so erfüllt, als wäre es genehmigungsfähig. Darauf könnt ihr Euch verlassen. Finger weg von den Pfuschern, ob sie "Nach DG4OBA", "Top Modulaion", oder sonstwas schreiben oder deren Displays ausser Rot in gar hübsch bunten Farben leuchten können.

Wenn man sich diese Arbeit macht, dann doch bitte gleich vernünftig.
Soviel dazu...