Automatischer Antennenumschalter im Eigenbau
|
|
Eigentlich eher ein Geräteumschalter
Es wird ein Umschalter vorgestellt, der es ermöglicht, mehrere Funkgeräte an einer Antenne zu betreiben. Überdies haben beide Geräte Empfang und der Schalter schaltet stets zu dem sendenden Gerät hin.
Das empfangende Gerät wird durch eine interne Einrichtung vor Überlastung geschützt.
Vielleicht erinnern Sie sich an den guten, alten QRV100 von CB-Master?
Da es dieses Gerätchen, und auch Alternativen nicht mehr zu geben scheint, habe ich mich entschieden eine Alternative selber zu bauen.
Bitte machen Sie sich frei.
Nicht wie beim Arzt, sondern von folgendem Blödsinn:
Landläufig hält sich unter CB Funkern die hartnäckige Annahme, das man auch einfach ein PL - T-Stück [Bild 1] benutzen kann. Sicher kann man das. Hauptsache man kann auch hinterher den eventuellen Schaden am anderen Gerät reparieren. Wenn Ihnen das zu sarkastisch ist, gehe ich kurz darauf ein:
T-Stück Unfug!
Das sendende Gerät "bläst" mit voller Leistung, also mehreren Watt, in den Empfänger des anderen Gerätes hinein. Diese Spannungsspitzen können mehrere 100V haben. Der Empfänger ist aber nur für µV (MikroVolt / Millionstel) ausgelegt. Es ist nicht auszuschließen, das der Empfänger-Eingang des empfangenden Gerätes überlastet wird und defekt geht.
Eine Lösung.
Also muß etwas anders her. Ein einfacher mechanischer, manuell zu bedienender Koax-Schalter ist ein probates Mittel. Eigentlich ist es die sicherste Methode. Man schaltet zu dem Gerät hin, mit dem man arbeiten möchte. Das andere Gerät ist weggeschaltet und empfängt auch nichts mehr.
Das geht aber auch automatisch und hat noch einen netten Nebeneffekt. Im Gegensatz zum manuellen Koaxschalter hat der automatische den Vorteil, das beide Geräte empfangen können.
Als die ersten Automatik-Schalter auf den Markt kamen wurde oftmals der von ihnen verursachte Verlust kritisiert. Das war auch berechtigt, und war ist ein Stück weit von der verwendeten Bauelementequalität abhängig. Der Empfang bei dem Gerät, das weggeschaltet ist, ist bedämpft. Das bringt die interne Schutzeinrichtung mit sich. Damals waren es bis zu 5 S-Werte. Eigentlich unerwünscht, zumal die Dinger richtig teuer waren.
|
|
Was nun?
Selber machen.
Zu Beginn sollte man sich ein entsprechendes Relais beschaffen, das halbwegs HF-Tauglich ist. Ein kleines Blechgehäuse [Bild 2], etwa in der Größe einer Zigarettenschachtel und drei PL-Einbaubuchsen sind eigentlich schon die teuersten Bauteile. Einen guten Fundus bietet hier Pollin-Electronic.
Natürlich ist eine gedruckte Schaltung sehr nett, aber es geht wirklich auch auf Lochraster. Obwohl ich es mir gerade abgewöhne, habe ich den Prototyp erfolgreich auf Lochraster aufgebaut. Er ist getestet und Funktioniert.
Die Funktion
Der Automatik-Schalter arbeitet ohne externe Spannungsversorgung. Das Relais bezieht seine benötigte Energie zum Umschalten ausschließlich aus der HF. Dieses Prinzip nennt man auch HF-Vox, oder detecting HF-Vox, weil keine Stromversorgung vorhanden ist.
Ein kleiner Teil der HF wird integriert und gleichgerichtet. Eingang eins erzeugt eine positive Spannung und Eingang zwei eine negative Spannung. So hat man die Schaltkriterien für das Relais erhalten. Das Relais schaltet nun den Ausgang immer zu dem Eingang, an dem eine HF detected wird. Die Sendeleistung des Gerätes sollte nicht unter 300mW betragen. Für ein zuverlässiges Umschalten sollten schon etwa 500mW anliegen.
Wenn Sie ein Relais aussuchen, bevorzugen Sie immer die bistabilen "High Sensitive" Typen. Es kommen hersteller wie "Takamisawa" oder auch "Zettler" in Frage. Auch einige "Omron" und "Mitsubishi" Relais sind gut geeignet aber oftmals recht teuer. Hier am besten gute Restposten bei Pollin abgreifen.
Über eine C - L - C Brücke Werden die beiden Eingänge miteinander verschaltet, damit auf beiden Seiten Empfang gewährleistet ist.
Die Dämpfung.
Jenes Gerät, das sich auf der weggeschalteten Seite befindet, wird um etwa -6dB bedämpft. Die Durchgangsdämpfung liegt im vernachlässigbaren Bereich.
Der Prototyp
Natürlich ist er nicht besonders schön. Es ist ja auch der Prototyp, aber geätzte Platinen in Industriequalität gibt es nun auch . Wer welche zwecks Nachbau haben möchte, möge sich bitte melden.
Wie aber schon erwähnt, Lochraster ist unproblematisch.
Die Dinger sind sogar kaskadierbar. Wenn man drei Stück nimmt, dann kann man sogar vier Geräte an eine Antenne anklemmen. Durchgeführt habe ich das, aber die Dämpfungen addieren sich natürlich.
Neue Platine
|
|
Mittlerweile ist ein sehr schönes PCB entstanden. Die Schaltung zuvor hatte nur marginale Fehlerchen und funktioniert nun perfekt.
Wer den Schalter nachbauen möchte findet hier eigentlich alle wichtigen Infos. Wer aber noch Fragen hat kann sich gerne an mich wenden.
Der Schaltplan
Hier ist der Schaltplan zu dem Schalter. Ausserdem hier noch der Bestückungsplan [5 KB]
der Platine, falls vorhanden. Das Relais sollte ein 5V bzw. 6V Typ sein.
Zu den Dioden:
Getestet erfolgreich mit BAT41.
Schön wären Spannungsfestere Typen, aber bisher habe ich nichts gefunden, was noch gehen könnte. MUR1100 können bis 1000V aber mit denen Funktioniert es nicht.
Vielleicht hat jemand noch eine Idee? Dann würde ich mich über Infos freuen, letztendlich kann davon dann jeder profitieren.
Viel Erfolg :-)
- Backfire -






